5
Jul
2008

Aufmerksamkeit

Wer nicht den Tropfen sieht, dessen drehende Welt, sieht und erfährt auch nicht den Ozean.
Dessen leidenschaftlichen Urwogen, die zerstören und wieder und wieder Ursinne gebären und große Zeichen.
© Ciwan

Würde

Wer sich ein Ziel setzt oder für etwas einsetzt, kann verzweifeln und scheitern, aber er kann aufrecht durch sein Leben gehen.
Entlang der Zeit und ihren Gewehren und weißen oder lauten Gebäuden und Erscheinungen.
Jeder wird ihn achten.
Anders als jener, der, weil er nicht anfing, bereits an dem Ausgangspunkt scheiterte: an seiner Geisteshaltung.
© Ciwan

3
Jul
2008

Gedanken

Ein guter Gedanke, ein besonderes Buch ist wie ein Fluss an einem hellen Ufer, an dem wir immer wieder gerne promenieren.
© Ciwan
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Wieder gebar er

Gestern Nacht wagte er es
beugte sich nicht der rauen Schwelle zur Dunkelheit
über den Steinkellern
wagte trotz der aufgegebenen Leiber
seinen Tod
Dann
von der Anwesenheit des Himmels
in seinem tiefsten Mark getroffen:

Gebar er wieder

auf den reinen, weißen Flügeln
ihrer Worte
auf der Seele ihrer Blicke
ihrer verratenden liebenden
Augen

© Ciwan

Sei wie ich

Klassisches-Musikinstrument

In deinem Heute der reife Ton.
An deiner Haut der erste Wind.
Über den Hügeln ihr Name.

In der Stadt ein heller Schritt.
An seinem Rande ein Durstiger.
Der nach dem Schritte ruft.

Der sich fragt:
Wer soll ich sein?

Der Wind?
Der Durst?
Der Ton?
Oder ihr Name?

Da antwortet das Heute:
Sei wie ich!

Mit dem Wind,
mit dem Durst,
mit dem Ton,
mit ihrem Namen!

© Ciwan

2
Jul
2008

Wachsamkeit

Die Wachsamkeit ist der Bogen, der Pfeil die Erkenntnis.
© Ciwan

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Der Mensch und seine Zeit

Der Mensch gebar und war bestimmt dem Lichte der Zeit, nicht dem schwarzschwarzen Echo der Kriege und Zerstörungen. Wahrhaft sucht nur er - durch alle Ideologien -, erkenne er die reinen Hände der Menschlichkeit.
Aus allen Kontinenten der Welt reichen sie sich ihm. In allen Sprachen finden wir sie.
Sie sind da.
Und bleiben uneingeschüchtert.
Ungefesselt.

© Ciwan

Menschsein

Mensch sein bedeutet: Menschen nicht nach sozialem oder finanziellem Reichtum bewerten, sondern nach dem Reichtum in der Tat und und dem Wort.
© Ciwan

Sassylicious - Jun 19, 10:30
Das waer mal ein toller Ansatz

30
Jun
2008

Möglichkeiten

Erst in dem Versuchen und Mühen widerlegt der Mensch das Unmögliche, möglich durch sein geduldiges und zielorientiertes Handeln.
© Ciwan

Was daraus folgt

Derjenige, der seinen Zielen durch das Ungewisse und Bekannte folgt, durch Aufgaben und dabei den Schwierigkeiten trotzt, erhebt sie zu seiner höchsten Wirklichkeit - und siegt. Alleine schon wegen seiner vielen Begegnungen, Bilder, reichen Erfahrungen.
© Ciwan

Der Sohn von Einwanderern

Zahlen

Wer ich bin?
Für das Ausländeramt bin ich eine Nummer. Wie viele. Von Vielen. Heute bin ich die Ziffer: 3 242 732.
Welche morgen, übermorgen?

Wer ich bin?
Behalt es! Und vergiss es nicht, niemals!
Ein Migrantensohn, der seine Würde, seinen Stolz gegen alle Vorurteile und alles Ablehnende verteidigt und wahrt.
Schaut zur Sonne!
Solange sie ihr Licht über den gleichen Mittag wirft, die Dächer der Anderen auch in ihrem Schatten stehen, poche ich auf mein Recht: auf Gleichbehandlung!

Wer ich bin?
Ich bin der Sohn einer schönen Mutter aus Sivas. Einer Mutter, die sich das Lesen und Schreiben selbst beibrachte. Wie könnte ich nicht stolz darauf sein?
Der Sohn eines arbeitsamen Mannes, der Würde in der schwersten Fabrikarbeit in seinen Schritten behielt, seinen Händen.
Beide opferten sie ihre Heimat. Und hofften, sie würden uns dafür eine bessere Heimat schenken, wollten einen freien Baum des Lebens pflanzen in fremder Erde.
Wie könnte ich darüber schweigen und mich in Stille neigen?
Merke es dir! Behalt es! Ich bin der Sohn viel Gereister und Gewanderter. Wie könnte ich ihren Glauben, ihre Furchtlosigkeit, ihre Sonne nicht weitertragen?

Wer ich bin?
Ich bin der Enkel großer Lyriker, behalte es und vergiss es nie!
Sonst wirst du nie etwas über mich und die Vielen anderen erfahren, über deren Schicksale und Geschichten.
Ich schreite in den Spuren Pir Sultan Abdal´s und Nazim Hikmet´s, den Spuren der Menschlichkeit und Unerschrockenheit.
Auch wenn ihr ungeduldig seit oder unfreundlich und abweisend.
Ich bewahre meinen Weg, poche weiterhin auf Würde und Wahrheit. Es ist unser Recht, gegen alle Ziffern: den Menschen an euch zu tragen, den Menschen!

© Ciwan

Wiederkehrendes

Alle Personen und Dinge, die wir bewußt betrachten und wahrnehmen, begleiten uns in wiederkehrenden Sequenzen des Tages.
© Ciwan

Pflichten

Viele Menschen hetzen so sehr den Pflichten nach, dass die Pflichten irgendwann ihnen nachhetzen.
© Ciwan

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Geduld

Ihre Abmachung mit dem Anfang und Ende hielt die Geduld ein.
© Ciwan

28
Jun
2008

Zeitungen

Der Journalist prägt mit seinen Überschriften und Artikeln das Volksgespräch am Tage.
© Ciwan

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Am Cafe

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Begegnung und Austausch.
An Tischen und Gesprächen säen sich mitgenommene Zeiten:
Mensch und Mensch halten inne und stimmen in Fragen und Antworten, in Rede und Gegenrede.
Es wächst etwas Aufgehobenes.
Wirbelten auch bleiche Lüfte, sprechen sie an durchschimmernden Plänen, an Gläsern und Kaffeetassen.
Flüstern an offenen Ausgängen. Gebeugte Schatten staken an ihnen vorüber und Redeweisen der Stadt.
Sie schweigen am Tabak, der in Ringen steigt:
Über erste Themen und beinahe tote Berechnungen, bis er, vom Tag durchstochen, weiter an Fenstern und Stühlen des Cafes vorüberzieht - an dessen Geschichten, wartenden und unerzählten.
Und das Cafe wieder zur Stätte wird der zusammenhängenden und aufgelösten Entfernungen.

© Ciwan

27
Jun
2008

Wandernde Tage und Wolken über dem Fluss

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Über dem Fluss das Reich aus Wolken.
Ein grauer und weißer Rand, denen
Geheimnisse uralter Winde innewohnen.
Welch Wanderer waren sie Zeit
ihres langen Lebens!
Welch verbrannte Erde sahen sie schon!
Welch große Bäume und Schicksale im Fluss treiben!
Nun treiben sie nur noch mit den Wolken,
sehen mit ihren Augen:
Himmel: fahrende;
Sonne,
bunte Tage,
und
Nächte,
in denen sie im Schein des Mondes: neu leben.

© Ciwan (TL)

26
Jun
2008

Weg und Ziele

Wo ein Ziel ist, da waren viele Türen und Anstiege: ein steiniger, aber zu Ende gewateter Weg.
© Ciwan

Sinn

Wer die eigene Mitte gefunden hat, hat der Sinnlosigkeit seinen Rücken gekehrt.
© Ciwan

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Bücher - mit und ohne ihnen

Ein Leben nur mit Büchern - wir öde und fade wäre das Leben! Wir sähen nicht das wahre Gesicht der Erde. Wir hörten nicht der Menschen vielfältigen Stimmen und Erzählungen. Nicht den Brunnen der Städte erfuhren wir, weder Seen und Meere und aufbrechende, sterbende Ländergürtel.
Doch ein Leben ohne Büchern:
Unsere Fantasie tauchte nicht nach Satz und Punkt in jenes Meer, berührte nicht den Meerschaum und deren Salze, streifte nicht über Dünen und reiche und reiche Geschichten, die wir mit uns tragen. Am Tag und der malvenfarbenen Nacht an unserer Brusttasche halten.

© Ciwan

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Planeten und Wertebahnen

Nicht nur Planeten kreisen in bestimmten Konstellationen. Auch Werte bewegen sich in vorgeschriebenen Umlaufbahnen – mit ihnen der Menschen: Gedanken, Schicksale, Welten.
© Ciwan

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22
Jun
2008

Augenblick

Jener, der den Augenblick findet, fängt die Essenz des Lebens auf und dessen unerschöpflichen, besonderen Gründe. An flussgewaschenen Steinen. An den Schritten der Suche.
© Ciwan

Heute, Gestern und Morgen

In der Vergangenheit wollen wir nicht, in der Zukunft können wir nicht leben:
So wirken wir mit allen Grundsätzen und Gewissheiten, mit all unserem Sein im Heute - dann werden wir auch dem Gestern und Morgen gerecht.
© Ciwan

Pfeile

Der Ruf des Lebens

Schreite in den Tag, in die Ebenen des Lebens:
Einmal am Wegesrande werden Lichter und Disteln verwelken, Flüsse verrinnen und Träume.
Schreite zu deinen wichtigsten Taten - heute, heute ruft das Wunder des Lebens nach dir. Nur nach dir und deinem Augenblick.

© Ciwan

Glaube an das Leben

Der Glaube an das Leben blies seine Segel über Gefängnisse und Ächtungen.
© Ciwan

Leben in Freiheit

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Wandern
an den Bögen und Formen der Zeit
Wandern wie der Wind
weit und ungebunden
Ohne Fessel
Ohne vernichtendem Unrecht
An Einbahnstraßen eisigen Geschäftsstraßen
toten Plätzen vorüber und den verwundenden Pfeilen der Zeit
Mit den Richtungen
den Händen
im Bündnis der Würde
am Aufstieg der Sonne
So wollen wir streben
im Angesichte der verschwindenden Zeiten leben

© Ciwan (TL)
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