Wie ein Traum ist sie dir, den du zwischen den aschgrauen Hochhäusern u gescheiterten Menschen auf den Straßen der Großstadt, noch mehr, noch tiefer in dir bewahren möchtest.
Wie ein erfahrenes Märchen der Wirklichkeit.
© Ciwan
Wir verwehren uns bei allem Schriftstellern nicht der Bescheidenheit, denn sie macht hellhörig für das Essentielle.
© Ciwan
Er sah schon jetzt die Landschaft Südfrankreichs
vor sich...
Während sie auf der Küstenstraße von Nizza nach St Tropez rollten, am Fuß des Massife des Maures, und er sich anfangs noch in seine Notizen verhaftete, löste er sich immer mehr von dem stummen Bogen Papier. Bald verlor er sich an den schlichten Dingen und Geräuschen um ihn herum... Der Wind, der die Verlassenheit und Schönheit des Mittelmeeres in sich barg, rauschte über die Provencestraßen. Er brauste durch Anlagen an den Scheiteln und Rücken der Weinberge. Nach einer Weile erhoben sich irgendwo dorre Wildsträucher und Festungen zwischen Pinien, über denen Seemöwen kreischten und irgendwoher läuten die bronzenen Glocken alter Dorfkirchen und er erheischte den Blick auf das Meer -
es tat sich der salzige Geruch der Küste auf. Er breitete sich über karstige Klippen, verfing sich teils in den Wildreben und Limonenbäumen, eilte aber nicht und umgab sie, bis er der Gruppe folgte und schließlich in den Tälern und Fischerdörfern verschwamm...
Als er mit den geladenen Gästen aus Düsseldorf ausstieg zu ihren Gastgebern in einem Hotel St Tropez...
© Ciwan
Jemanden wie sie, findet er nur sehr selten. Oft kann er jemanden kennenlernen, ob in einem Cafe oder auf einem Musikfestival, es ist nicht schwierig mit Charme, denn anderes gilt. Sie verstehen sich wirklich und es ist nichts Gespieltes oder Getäuschtes. Sie schürfen Glück in ihrer Zeit.
© Ciwan
Der Anfang der Liebe ist ein Licht in ihr und ihm, ein Lächeln, dass beide verbindet auch über eigensinnige Vergangenheiten und größte Entfernung. Wieder denken beide aneinander, auch wenn sie es nicht zugeben wollten.
© Ciwan
Liebe ist, wenn wir über unserem Herzen ihretwegen Himmel erfahren und ihm Flügel verleihen, die es längst verneinte. Über das aschgraue Kreuz und Quer der Großstadt und unsere Ängste einfach hinfort treiben wie weiße Wolken, sie liegen lassend für ihren Namen.
© Ciwan
Eine Dohle u eine Elster saßen auf dem Ast eines alten Eichenbaumes u fertigten noch ihren Plan:
"Wenn sie kommt, fangen wir an", raunte die Elster.
"Ich gebe dir dann Bescheid."
Die Dohle glaubte sich der Elster gleich.
"Danach werden wir alles teilen."
"Wir werden es also wirklich teilen?", vergewisserte sich die Dohle.
"Ja, das werden wir!", antwortete die Elster. "Sie ist dann unser beider Besitz."
Die Dohle hakte nicht weiter nach, weshalb solle sie lügen, dachte sie sich. So nickte sie u willigte dem Vorhaben der älteren Elster ein. Als schon die Dorffrau aus der Waldschneise kam und den staubigen Ziegenpfad hinaufstakte, in ihrer Tasche befanden sich Goldtaler und eine glitzernde viollette Edelsteinkette, nach der sie trachteten, gab sie das Zeichen. Wie sie vereinbarten krächzte die Dohle wie ein Rabe. Sie schwirrte u flatterte an der Seite der Frau, die einige Meter zurückwich. Im nächsten Augenblick flog schon die Elster auf, mit der Kette in ihren Krallen - u kannte auch die Dohle nicht mehr.
Moral: Vertraue auch keiner älteren Elster u verwehre dich der Leichtgläubigkeit.
© Ciwan
"Er wird darauf eingehen", sagte sich der Fuchs.
"Fehler, wie schon viele andere machen!".
Wieder schlich er sich mit seiner Schlitzohrigkeit heran, trotz der süßen Rede u Versprechen, erkannte dies der Pfau u floh rechtzeitig vor ihm in das dunkelgrüne Gesträuch u bewahrte sein Leben. Wäre es wert gewesen, dass er sich der Schläue, mehr noch Täuschung des Fuchses aussetzte? Und sich einmal zu viel einließ?
Dafür kannte er allerart unverglommene u raue Geschichten über dessen Zweizüngigkeit. Es ist das Gleiche in anderer Rede!
Viele abenteuerliche Tage u Jahre u Glück erfuhr er, die den blaugefederten, stolzen Pfau in Feldern, in Gärten erwarteten.
Moral: Setze dich dort ein, wo du wirklich etwas erreichen kannst. Und wenn nicht, verliere dich nicht daran u lebe dein Leben so gut wie möglich.
© Ciwan
Wir lernten aus den Formen der Sprache über die Formen des Lebens. Wir spielten mit den Rhytmen der Sprache, befragten sie, zerschnitten sie und fügten sie wieder zusammen. Durch sie verstunden wir uns selbst besser als zuvor. In ihr erhaschten wir vieles über die Welt, erfuhren von den nüchternen Erscheinungen u Himmeln der Ideen, der Alltage, Menschen, Wirklichkeiten, Fantasien.
© Ciwan
Ein Wolf pirschte nicht mehr in den riesigen Nadelwäldern, in dem er sonst mit seinem Rudel jagte, nach seiner Beute. Obwohl es genügend Nahrung für ihn und die anderen Wölfe gab, hatte er eine List im Sinn.
"Es sind so viele Schafe unten im Tal", sagte er sich
"Alleine an dem vorherigen Tag!".
So schlich sich der Wolf spät nach der Dämmerung aus dem Wald. Nach einer Weile roch und erblickte er das alte Bauerngut auf einer Dorfaue, war es auch etwas nebelig. Weit entfernt u nicht mehr hörbar war das Geheule des Rudels.
"Da müssen sie sein! Ach, Ach!"
Immer weiter trieb ihn seine Gier. Denn niemand war dort, der ihn aufhalten würde, dachte sich der Wolf. Damit glaubte er sich im Recht. Er eilte durch letzte Ährenfelder, preschte an Scheunen vorüber und rannte unerkannt in der Dunkelheit an den wenigen Dorfhäusern entlang, an Karrenpflügen u Sensen, längst schlief der Hirtenjunge, als dass er etwas hätte tun können gegen die Arglist des Wolfes. Kurzerhand sprang er über einen Holzzaun. Kroch unter einem schweren Balken hindurch und fraß zunächst zwei schlafende Hühner in dem Hühnergatter.
"Wie einfach ist es doch!", sprach der begierige Wolf, während er sich seine Pfoten ableckte.
Kaum hatte er sie runtergewürgt, blickte er im nächsten Moment nach seiner andere Beute. Er drang in den Stall der Schafjungen, wo er gerade beabsichtige eines der Lämmer zu fressen, als klirrendes Geräusch ihn hellhörig machte. Schon blökten und schrien die Lämmer um ihr Leben. Einige jüngere Hunde waren herbeigelaufen. Sie zerrten u bissen an dem Fell des Wolfes. Beinahe ohne große Mühe wehrte er sie alle sogleich ab. Dann fletschte er seine Zähne u setzte längst zum Sprung über den Holzzaun an...
"In einigen Nächten werde ich es wieder versuchen!", dachte er sich.
Da riss ein großköpfiger Hirtenhund an ihm, der in seiner Gestalt beinahe einem Löwen glich, u rang ihn zur Erde. Er verletzte ihn derart, dass sich der Wolf auf der Flucht schwor: Nie mehr werde er außerhalb der Wälder jagen.
Moral: Ein Wolf sollte niemals einen Hirtenhund unterschätzen und jedem Verbrechen wird eine gerechte Antwort gegeben.
© Ciwan